Alexander Albon

  • Meine Intention dabei ist eigentlich immer, dass "harte Urteile" von Aussenstehenden immer mit Vorsicht abgegeben werden sollten, oftmals kann man das von außen gar nicht so beurteilen, erst Recht wenn man nicht die gleichen Erfahrungen hat.

    Ja gut, du hast ja vollkommen recht, dass man als Außenstehender sowas nur schwer bewerten kann und sich daher mit Urteilen zurückhalten sollte. Andererseits sind Foren wie dieses ja genau dafür da, dass auch Laien mal "ihren Senf" dazugeben können. Gerade das macht es ja auch erst interessant, hier die Meinungen der Leute zu lesen, eben weil wir nicht vertraglich irgendwo gebunden sind und uns mit Meinungen öffentlich zurückhalten. Insofern war mein Kommentar sicherlich auch ein wenig hart und überspitzt, doch die Eignung zum F1-fahren wollte ich Albon definitiv nicht absprechen.


    Dass Albon bei seiner Szene am Samstag Fehler gemacht hat, ist denke ich weitgehend unstrittig:

    - Da wäre das zu weite Rauskommen auf den Teppichboden - unstrittig, aber sowas passiert nunmal.

    - Dann ist er auch auf dem Teppich weiter auf dem Gas geblieben - unstrittig aber verständlich, wenn man glaubt die Kiste noch unter Kontrolle zu bekommen und eine schnelle Runde fahren möchte.

    - Ich persönlich glaube, dass er seine Drehrichtung besser hätte steuern können - strittig. Albon jedenfalls hat trotz des schnell herannahenden Reifenstapels weiter versucht das Auto zurück in seine Gewalt zu bekommen.

    - Und letztlich hat er in der Panik, in der er war, das Lenkrad aus den Händen verloren, nur um es ironischerweise rechtzeitig zum Einschlag anzufassen - unstrittig, auch wenn es heute nicht mehr so dramatisch ist, das Lenkrad bei einem Einschlag in der Hand zu halten.


    Natürlich disqualifiziert eine einzelne Szene niemals einen ganzen Fahrer und schon gar nicht auf Dauer. Das wollte ich mit meinem Beitrag auch nicht zum Ausdruck bringen. Dennoch müssen Fehler natürlich auch kritisiert werden dürfen - meiner Meinung nach auch von Laien. Die Fahrer werden es verkraften und die Teamchefs werden sich wohl ohnehin kaum um meine Meinung scheren.


    Das "man" die Richtung des Abdrehens frei entscheiden kann, würde ich in der Tat auch nicht unterschreiben. Dafür ist mir der Satz zu allgemein formuliert, dabei kann er freilich keine Allgemeingültigkeit besitzen. Ich hatte mich in meinem Post aber auch auf die Albon-Szene bezogen. Und in dieser denke ich schon, dass er seine Drehrichtung hätte regulieren können. Er war in der Auslaufzone genau in dieser Pendelachse wo man beim Gegenlenken immer wieder in die andere Richtung umschlägt. Ein kontrollierbarer Gegenpendler folgte auf den nächsten. Sowas gibt es natürlich nicht oft, doch wenn man einmal in so einer Situation ist, kann man an und für sich sehr schön seine Drehrichtung kontrollieren, indem man entweder gegenlekt oder dieses Gegenlenken halt unterlässt. Doch das setzt natürlich - und da bin ich ganz bei dir - viel Erfahrung und zudem zahlreiche Erkenntnisse voraus:

    - Die Einsicht, dass man das Auto ohne Dreher/Einschlag nicht mehr (rechtzeitig) unter Kontrolle bringen kann.

    - Die Erkenntnis, dass man sich offenber in der Pendelachse befindet und die Drehrichtung durch Gegenlenken oder Unterlassen kontrollieren kann.

    - Das Wissen, wie an der Stelle die Streckenbegrenzungen exakt verlaufen (wenn man einen Einschlag vermeiden möchte), bzw. wie diese beschaffen sind (Mauer, Leitplanke, Reifenstapel, etc., falls sich der Einschlag nicht mehr vermeiden lässt und man möglichst sanft einschlagen will).


    In jedem Fall möchte ich noch sagen, dass es Albon ein Stück weit entlastet, dass nicht sicher war/ist, ob er bei einem Dreher nach links nicht etwa auf der anderer Seite der Strecke (natürlich deutlich sanfter) in die Leitplanke eingeschlagen wäre. Auch dort wäre es wohlmöglich knapp geworden.


    Vielleicht bin ich tatsächlich auch einfach in der leichten Position, "schlau daher zu schnacken", weil ich nicht selbst im Cockpit sitze. Aber ich für meinen Teil setze meine Kontrolle über die Drehrichtung - sofern ich sie seltenerweise mal habe - immer wieder in diversen Rennsimulationen ein. Ich glaube ehrlichgesagt nicht, dass sich diese Situation allzu sehr von der im echten Cockpit unterscheidet, weil die Entscheidung - "Gegenlenken oder nicht?" - im Cockpit dieselbe ist. Aber da kann man natürlich auch anderer Meinung zu sein und vorzüglich darüber diskutieren. Jedenfalls habe ich zur Kenntnis genommen, dass offenbar nicht alle User hier im Forum meiner Meinung sind und das ist ja auch völlig in Ordnung.

  • Was hätten sie auch sonst machen können? So gut waren Gasly & Kwert :P ja auch nicht dieses Jahr, dass man unbedingt den Albon wieder rückversetzen müßte. Und Hülkenberg wollten sie ja gar nicht.


    Für mich drängt sich keiner der 3 wirklich auf, auch wenn der Albon bisher ganz gut abgeliefert hat. Ist jetzt aber trotzdem kein zukünftiger WM-Kandidat.