Beiträge von M. Nissen

    Also ich verstehe ja ehrlichgesagt gar nicht so recht, wo genau das Problem liegen soll. Immerhin ist Melbourne über 700 km von Sydney entfernt. Wenn in Monza der Wald brennt, würde man ja auch nicht das Rennen in Zandvoort absagen.


    Und ob man die deutsche Vollkaskomentalität so einfach auf Australien übertragen kann? Ich habe da so meine Zweifel. Warum sollte der AustralienGP schon abgesagt werden müssen? Kein Grund also für den Veranstalter einen Gutteil des sauerverdienten und ohnehin viel zu knappen Budgets in eine (vermeintlich) unnötige Versicherung zu stecken, deren Police vermutlich sowieso keine Absage aus moralischen Gründen, etc. pp. abdeckt.


    Wahrscheinlicher Fakt ist demnach schlicht und ergreifend: Bei einer Absage des Rennens wäre der Veranstalter pleite und der AustralienGP in Melbourne vermutlich Geschichte. Daher wird hier meiner Meinung nach lediglich heiße Luft diskutiert.

    Unfallstatistik


    Zum Abschluss kommen wir heute zu meiner persönlichen Lieblingsstatistik, den Unfällen des vergangenen Jahres. In der abgelaufenen Saison hat sich mit Alexander Albon ein Fahrer klar hervorgetan, was die Einschläge mit Beschädigungen (7x) angeht. Mit Respektabstand dahinter folgen Leclerc, Stroll und Kubica (je 5 Einschläge), sowie Russel, Bottas und Perez (je 4 Einschläge). Lediglich zwei Fahrer blieben in 2019 ohne Unfall. Beide kommen zudem aus demselben Team: McLaren.


    Rohdaten:

    1. Albon 7 Unfälle
    2. Leclerc 5 Unfälle
    2. Stroll 5 Unfälle
    2. Kubica 5 Unfälle
    5. Russell 4 Unfälle
    5. Bottas 4 Unfälle
    5. Perez 4 Unfälle
    (...) (...) (...)
    19. Sainz jr. 0 Unfälle
    19. Norris 0 Unfälle


    In der Gesamtschau hat die Zahl der Unfälle gegenüber dem Vorjahr um gut 21% auf 56 Einschläge in die Streckenbegrenzung zugelegt. Damit ist - man mag es kaum glauben - der langjährige Aufwärtstrend nach zwei Rückgängen in Folge wieder intakt.


    Rohdaten:

    2015 31 Unfälle
    2016 54 Unfälle
    2017 49 Unfälle
    2018 46 Unfälle
    2019 56 Unfälle

    Wow, was für ein spannendes Ergebnis! Herzlichen Glückwunsch an oellerth und an Sven zum Sieg!


    Vielen Dank vor allen Dingen zudem nochmal an Sven für die liebe Auswertung des Tippspiels nach jedem Rennen! Dankeschön für all die Mühe!

    Ankunftsquote


    In der heutigen Statistik soll es um die Quote der Zielankünfte gehen. Es ist nicht nur der gefühlte Trend, dass die Autos immer zuverlässiger und Ausfälle immer seltener werden. So wurde in diesem Jahr mit stolzen 86,0% ein neuer Rekordwert erreicht. In keiner Formel 1-Saison gab es mehr Zielankünfte als 2019. Damit konnte der ohnehin schon starke Vorjahreswert nochmal deutlich übertrumpft werden. Der 10-Jahres-Durchschnitt ist damit ununterbrochen ansteigend. Nicht wenige Fans sehen derartige Zahlen jedoch auch mit einem weinenden Auge. Einige vermissen die Materialschlachten früherer Jahre, als auch die kleineren Teams mitunter Chancen auf tolle Ergebnisse bekamen.


    Rohdaten:

    Jahr Ankünfte in % 10-Jahres-Durchschnitt in %
    2015 79,0 78,1
    2016 82,3 79,5
    2017 77,7 79,9
    2018 80,0 80,1
    2019 86,0 80,6

    Klassisches Punktesystem


    Ich hatte gestern ganz vergessen, die angekündigte Statistik zu posten. Daher hole ich das jetzt mal schnell nach. Heute soll es also um das klassische 10-6-4-3-2-1-Punktesystem gehen, welches viele Formel 1-Fans immernoch gut kennen und es einige auch vermissen. Auch wenn das neue Punktesystem sicher irgendwo seine Berechtigung hat, ist die Formel 1 damit leider auch ein Stück weit unübersichtlicher geworden.


    Gäbe es das klassische Punktesystem noch, so sähe der WM-Stand in diesem Jahr wie folgt aus. Lediglich drei Fahrer und nur ein Team hätten keine Punkte holen können.


    Fahrer-WM:


    1. Lewis Hamilton 147 Punkte
    2. Vallteri Bottas 106
    3. Max Verstappen 81
    4. Charles Leclerc 74
    5. Sebastian Vettel 70
    6. Alexander Albon 15
    7. Carlos Sainz junior 14
    8. Pierre Gasly 14
    9. Daniel Ricciardo 6
    10. Danil Kwyat 4
    11. Lance Stroll 3
    12. Kimi Räikkönen 3
    13. Lando Norris 2
    14. Sergio Perez 2
    15. Nico Hülkenberg 2
    16. Antonio Giovinazzi 2
    17. Kevin Magnussen 1
    18. Romain Gosjean 0
    19. Robert Kubica 0
    20. George Russell 0

    Kontrukteurs-WM:

    1. Mercedes 253 Punkte
    2. Ferrari 144
    3. Red Bull 103
    4. McLaren 16
    5. Toro Rosso 11
    6. Renault 8
    7. Racing Point 5
    8. Alfa Romeo 5
    9. Haas 1
    10. Williams 0

    Verschiedene Rennsieger


    Mit Lewis Hamilton, Valtteri Bottas, Max Verstappen, Charles Leclerc und Sebastian Vettel gewannen in diesem Jahr immerhin fünf verschiedene Fahrer Formel 1-Rennen. Damit erreichte man dieselbe Anzahl wie bereits in den beiden Vorjahren. Auch wenn die Zahl Fünf auf den ersten Blick gar nicht mal so schlecht aussieht, zieht man den 10-Jahres-Durchschnitt damit weiterhin leicht nach unten. So gab es in früheren Jahren mitunter viel mehr Abwechslung auf der obersten Stufe des Siegerpodests - zuletzt 2012 als gleich acht verschiedene Piloten zu Siegern wurden.


    Die Rohdaten:

    Jahr Verschiedene Sieger Anzahl Rennen Versch. Sieger pro Rennen 10-Jahres-Durchschnitt
    2015 3x 19 0,16 0,27
    2016 4x 21 0,19 0,26
    2017 5x 20 0,25 0,26
    2018 5x 21 0,24 0,25
    2019 5x 21 0,24 0,24


    Legende: Die Kennzahl "Verschiedene Sieger pro Rennen" gibt den Abwechslungsreichtum ganz oben auf dem Siegerpodest an. Je niedriger die Kennziffer, desto weniger verschiedene Sieger hat die Saison unter Berücksichtigung der Anzahl der Rennen hervorgebracht.

    Die Formel 1-Saison 2019 ist vorbei. Somit ist es Zeit, erneut einen Blick auf die Saisonstatistiken des abgelaufenen Jahres zu werfen. Das Ganze geschieht wie immer auch im mehrjährigen Vergleich und unter den gewohnten Spezifikationen. Der Plan sieht folgendermaßen aus:


    Di: TV-Zahlen

    Mi: Verschiedene Rennsieger

    Do: Klassisches Punktesystem

    Fr: Ankunftsquote

    Sa: Unfallstatistik


    Den Start machen heute also die


    TV-Zahlen


    Nachdem es RTL ab 2015 gelungen war, den recht steilen Abwärtstrend zu stoppen und sogar wieder ein paar Zuschauer hinzuzugewinnen, sind in diesem Jahr leider wieder einige Fans abhanden gekommen. Durchschnittlich 4,01 Mio. Zuseher bedeuten für RTL leider den schlechtesten Saison-Wert seit 25 Jahren. Auch die Einschaltquoten waren 2019 entsprechend rückläufig. Da in diesem Jahr jedoch auch der PayTV-Sender Sky wieder übertrug, fällt das Minus aus Sicht der Rennserie nur marginal aus. Sky fuhr in dieser Saison die zweitbeste Reichweite seit Beginn der offiziellen Zuschauermessungen auf Sky ein.


    Noch ein wichtiger Hinweis: In allen Zahlen keine Berücksichtigung finden können die Zuschauer, welche die Formel 1 über den kostenpflichtigen RTL-Livestream via TV-Now, F1-TV oder illegal verfolgt haben. Im Falle der ersten beiden Varianten halten die beiden Anbieter entsprechende Zahlen unter Verschluss. Für letztere Version liegt schlicht keine Messmethode vor.


    Rohdaten RTL:

    Jahr Zuschauer-Durchschnitt Marktanteil gesamt Marktanteil 14-49 Jahre
    2015 4,17 Mio. 28,5 % 23,3 %
    2016 4,40 Mio. 28,0 % 23,6 %
    2017 4,35 Mio. 29,0 % 24,4 %
    2018 4,50 Mio. 28,9 % 25,1 %
    2019 4,01 Mio. 25,6 % 22,1 %


    Rohdaten Sky:

    Jahr Zuschauer-Durchschnitt
    2015 0,33 Mio.
    2016 0,36 Mio.
    2017 0,48 Mio.
    2018 (keine Übertragung)
    2019 0,44 Mio.

    Beste Rennen des Jahres:
    Deutschland


    Mein Fahrer des Jahres:
    Lewis Hamilton


    Enttäuschung des Jahres:

    Strahlemann


    Szene des Jahres:

    Die bei Nässe eisglatte Auslaufzone von Hockenheim


    Schulnote:

    4-

    Und ich bleibe dabei, dass Binottos Entscheidung Vettel für die Saison zur #1 zu machen falsch und dumm war. Diese wird ihn seinen Job kosten. Und zwar völlig zurecht. Ich glaube, selbst die gestrige Kollision geht ursächlich auf diese "Mutter aller Fehler" in Melbourne zurück.

    Naja, warten wir mal ab. Es würde mich ja nicht wundern, wenn gerade diese engen Zeitabstände letztlich dafür sorgen, dass das Rennen eine Prozession wird.

    Die von Codemasters setzen das sehr gut um finde ich. Durch die Formel2 hat das Spiel nochmal an Mehrwert gewonnen.

    Ja stimmt, wir hatten aber auch schonmal historische Autos und historische Strecken, die dann von einem Teil auf den nächsten plötzlich wieder verschwunden sind. Ob das mit der Formel 2 wohl auch passiert? Selbst den Grand Prix-Modus hatte man in einem Jahr "vergessen". Ich für meinen Teil möchte daher nicht ganz so positiv über Codemasters schreiben.

    Aber die Fahrer wussten doch auch schon vor dem heutigen Rennen, dass es dann ein Fehlstart ist, wenn man die Sensoren auslöst und nicht zwangsläufig wenn man vor Erlöschen der Startampel losfährt.

    Also hätten sie es bisher auch gemacht, wenn sie denn wollten!

    Wenn diese laxe Handhabung schon bisher allgemein bekannt gewesen wäre, dann würde das Vorgehen der Rennkommissare jetzt wohl kaum für diese Diskussionen sorgen. Offenbar schienen es die Kommissare ja selbst nicht zu wissen, ansonsten hätte man im Rennen ja keine Untersuchung gegen Vettel eingeleitet. Logisch, oder? Damit dürfte sich obige Argumentation erledigt haben.


    Im Übrigen führt eine derartige Versteifung auf die Sensoren im Zweifelsfall auch dazu, dass ein Fahrer mitunter wegen Frühstarts bestraft wird, selbst wenn er gar nicht zu früh losgefahren ist, nur weil die Sensoren aus unerfindlichen Gründen angesprungen sind. So ganz kann das die Lösung also nicht sein...

    Und weiter hinten halten und früher losfahren? Dann bleibt immer noch das Problem, dass du nicht vor dem Erlöschen der Ampel über den Sensor fahren darfst.

    Ja und? Wenn das tatsächlich erlaubt sein soll starten in zwei Wochen alle fliegend, darauf kannst du Gift nehmen!

    Am gestrigen Sonntag erreichte die DTM zu ihrem diesjährigen Abschlussrennen nochmal eine sehr gute Zuschauerzahl von 1,02 Mio. Zusehern im Fernsehen (Rekord für Sat1!). Diese hohe Zahl ist auch dafür verantwortlich, dass die DTM im Saisonschnitt nun doch sogar oberhalb der Vorsaison notiert. Auch der Marktanteil konnte gesteigert werden.


    2017: 0,89 Mio. (7,3% Marktanteil), letztes ARD-Jahr

    2018: 0,59 Mio. (5,2% Marktanteil), -33,7% ggü. Vorjahr

    2019: 0,61 Mio. (5,4% Marktanteil), +3,6% ggü. Vorjahr


    Gerüchten zufolge verhandelt die DTM mit Sat1 derzeit über eine Verlängerung der Übertragung für weitere zwei Jahre.

    Ohje, das letzte Mal, als wir ein solches Szenario hatten, starb Jules Bianchi im Rennen! Ich denke, man würde bei sowas diesmal - zu Recht - deutlich vorsichtiger sein. Hoffentlich kann die Veranstaltung stattfinden.